Al di schönen Kunden…

Al di schönen Kunden…

„Waas, fünf Euro Zuzahlung?! Das Medikament war IMMER frei. Dann nehm ich das nicht, ich geh woanders hin!“ Ach Gottchen. Ein akuter Fall von Krassizitis. Gekennzeichnet durch Erklärungsresistenz im Endstadium. 

Ich kann nicht so mega-engagiert opponieren, weil ich selbst noch geschwächt bin von meinem wöchentlichen „schnell-noch-vor-der-Arbeit-zum-Aldi“-Trip. Da stehe ich an der Kasse auch immer kurz vorm Nervenzusammenbruch, so wie mein hochroter Kunde in der Apotheke gerade. Ich will am liebsten vier Arme haben, um den Berg abzutragen, den diese außerirdisch flinke Kassiererin vor der Kasse anhäuft. Um alles superschnell aufs Laufband zu schleudern, hab ich mir vorher schon halb den Rücken gebrochen- diese Einkaufswagen sind so riesig und unförmig. Und dann ramsche ich den Kram völlig unsortiert wieder zurück in die Karre, um nachher schweißgebadet die plattgedrückten Joghurtbecher über dem Brot einzutüten. 

Deshalb bin ich heute nicht in meiner Premiumversion verfügbar. Upgrade für 30 nette Patienten wöchentlich.

Die nächste Kundin nimmt Rücksicht und möchte mich garnicht mit Fachangelegenheiten belästigen: „Was kostet der gelbe Regenmantel bei Ihnen im Schaufenster?“ 

Testphase 

Testphase 

Ich gebe zu, mittlerweile kann ich diese Sätze schon singen, aber da ich das sowohl den Kollegen als auch den Kunden ersparen möchte, erkläre ich dem Herrn vor mir nun noch einmal ganz in Ruhe wieso ich böse Apothekenangestellte die rezeptpflichtigen blauen Wunderpotenzpillen nicht einfach ohne entsprechende Verordnung rausrücken kann. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch, ist ja nicht so als hätten wir nichts da. Ich empfehle ihm also stattdessen die pflanzliche und freiverkäufliche Alternative. Doch so schnell will der gute Herr sich nicht überzeugen lassen!

 „Haben sie damit denn auch Erfahrung? Hilft das denn wirklich?!“ 
Selbstverständlich haben wir Erfahrung! Hallo! Natürlich werden ALLE Medikamente, Salben, Tee’s, etc. vorher ausführlich von uns selbst getestet bevor wir sie zum Kauf anbieten. Doch leider befinde ich mich momentan in der „Fühl die Energie- Tee Testphase“ und kann nicht weiter helfen… Ich hätte ihn nur allzu gern vertrauensvoll an meinen Kollegen verwiesen, doch der ist vorübergehend krankgeschrieben… irgendwas mit Dysfunktion… 

Vong Diagnose her

Vong Diagnose her

„Also. Kennen Sie sich damit aus, was Ärzte so machen?! Der Doktor hat mir hier so einen komischen Streifen ins Ohr gesteckt, also ich weiß ja auch nicht.“

Hehe. 

Oder auch: „Der Arzt hat gesagt, ich hab Neurodermitis. Aber ich glaub das nicht!“

Lieber Arzt. Was krieg ich dafür, wenn ich deinen Patienten lieb und geduldig davon überzeuge, dass du recht haben könntest?;)

Ich bestelle auch komplizenhaft das Medikament, das von dir verordnet wurde. 

„So, das ist dann gegen um drei für Sie da.“

„Um drei?? Oh nein, da kann ich nicht, ich schaffe es frühestens um vier!“

Hmm. Dann isses wohl schon wieder weg. Diese kleinen Pillenpackungen sind extrem flink und immer so in Eile. Aber wenn Sie sich sputen, erwischen Sie ihr Arzneimittel vielleicht gerade noch am Beipackzettel, drüben auf der Kreuzung, auf dem Weg zur Arztpraxis. Die alte Petze. 

Machen Sie etwa schon zu?

Machen Sie etwa schon zu?

Montagabend, 18.30Uhr- Feierabend! Ha! Denkste! Ich war schon auf dem Weg zur Tür und schon fast mit dem Finger am Knöpfchen angelangt da schnipst noch schnell eine lautstark telefonierende Kundin rein. Statt eines ‚Guten Abend‘ schnauzt sie mir ein ‚Machen Sie etwa schon zu?!‘ entgegen. Schwups hat sie mir auch schon eine ganze Hand voll Rezepte Ihrer Kinder auf den Tisch gekracht. Kein Problem, ist ja nicht so als hatte ich heute noch etwas vor. Nachdem ich alles fein eingetippt, aus den Schüben gesucht und auf dem HV-Tisch aufgestapelt habe empfinde ich es als äußerst wichtig ihr die Dosierungen der verschiedenen Antibiotika zu vermitteln. Sie denkt allerdings überhaupt nicht daran ihr Telefonat zu beenden. Hm, ihre beschriebenen Excel Tabellen können doch aber wohl kaum wichtiger sein! Ich entschließe mich einfach los zu reden. Ich erzähle also laut und deutlich wie sie die Antibiotika bei Ihren Kindern anzuwenden und zu dosieren hat. Ich ernte einen bitterbösen Blick und eine abwinkende Handbewegung. Genervt fragt sie ob wir nun fertig sind. Als ich nicke ramscht sie alles in ihre übergroße Handtasche und stürmt von dannen. ‚Ihnen auch noch einen schönen Abend‘ rufe ich ihr hinterher als ich endlich die Tür schließe und in meinen, wie ich finde, wohlverdienten Feierabend aufbreche. 

One man’s trash is another man’s come up 

One man’s trash is another man’s come up 

Ich bin voller heimlicher Bewunderung für Kunden, die säckeweise Altmedikamente zum Entsorgen in die Apotheke bringen. Was für konsequente Geister, die entrümpeln bestimmt regelmäßig und haben ihr Leben voll im Griff, mit Frühjahrsputz und simplify-Affirmationen und ganz viel Sonne im Herzen, wow! Im Gegensatz dazu bin ich ja eher so der Sammlertyp. Wenn mich der Zahnarzt fragt, ob ich die rausoperierten Zähne behalten möchte, nicke ich enthusiastisch mit geschwollener Backe! Ich mein, das ist ja auch einfach ma ne geniale DNA-Probe. Wenn ich mal identifiziert werden muss oder Zahnzellen brauche für die Therapien der Zukunft, oder oder… Tjahaa!! Deswegen sage ich den Kunden auch nur manchmal, dass man das meiste olle Zeug heutzutage im Hausmüll entsorgen darf. Soll. Große Beutel mit vielversprechenden Designs nehme ich freudig an. Könnte ja was Nützliches drin sein:)

Alle Jahre wieder…

Alle Jahre wieder…

Das kurz vor Heiligabend alle Menschen wie verrückt Supermärkte und Apotheken stürmen, weil sie vermuten die Lebens- und Arzneimittelversordung könnte nun für immer Enden ist ja nun nichts neues. Vor Weihnachten und auch zwischen den Feiertagen kann ich die Rezepte kaum zählen die schon wochenlang in der Jackentasche herumgetragen werden und unbedingt JETZT SOFORT beliefert werden müssen. Wenn der Großhandel aber nun heute nicht mehr liefert weil der Ladenschluss verdächtig nah ist, ist die Katastrophe perfekt! Aber am liebsten führe ich die Diskussion wieso es unmöglich ist verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept herauszurücken, weil die Praxen es sich wagen eine Woche Urlaub zu machen. Am liebsten natürlich am Telefon oder kurz vor Feierabend! Ich verstehe das man sich auf das Ende der Pillenpackung nur schlecht vorbereiten kann, aber trotz verzweifelten bitten und betteln müssen wir Schwein sein! In diesen Tagen kommen auch all die Menschen die die merkwürdigsten Symptome mit sich herumtragen aber auf keinen Fall eine Bereitschaftsdiensthabende Facharztpraxis aufzusuchen, denn da muss man dann ja eventuell warten! Deshalb wird munter an sich selbst herumgedoktert. Oder die Kunden glauben Ihren Ärzten die gestellte Diagnose erst gar nicht. Über die Frage ob ich mich mit diesem „Arzt-Kram“ auskennen würde mussten ich schon sehr schmunzeln. Doch wie jedes Jahr bin ich froh wenn diese, doch etwas anstrengende Zeit, überstanden ist und es heißt: AUF EIN NEUES!

Kronjuwelen der Heiterkeit 

Kronjuwelen der Heiterkeit 

„Isch möschte Magnet-trans.“ Heute sind wieder alle so witzig.. „Reicht das Eisen in dem Präparat für zwei Menschen in einem?“ Hihii. 

Und mein persönlicher Tagessieger, tadaaa: 

„Bitte ein Läuseshampoo. Meine Ärztin sagt, es gibt eins, das die Nüsse mit abtötet.“ Junger Mann. Ich habe hart dafür trainiert, meine Gesichtsmuskulatur unter Kontrolle zu halten. DAS ist jetzt mal ne challenge! Für den originellsten Kundenspruch gibts heute den Goldenen Nüsse-, äääh, Nissenkamm. Dadrauf kann man Weihnachtslieder blasen;)