Spezielle Einzeller

Spezielle Einzeller

Oh ich liebe diese nass-kalte Jahreszeit in der es überall schnieft und hustet. Und am allermeisten liebe ich die Kunden die ihre Vieren und Bakterien mit voller Absicht überall verteilen wollen. Ich weiß ich weiß, mir kann nichts passieren! Denn diese Wand aus Medikamentenpackungen um mich herum, sowie der weiße Kittel bilden ja quasi einen Schutzwall gegen alle Krankheitserreger!

Mein Favorit sind die Leute, die zuerst alle Finger ablecken bevor sie ihr Rezept oder den Geldschein auseinander Falten. Oder in ihre Hand niesen bevor sie mir den Abholschein in die Hand drücken. Doch gerade zu dieser Jahreszeit erfreue ich mich auch an vollgeschnieften Taschentücher, die ganz ungeniert auf dem Zahlteller abgelegt werden. Und wenn ich dann noch angehustet werde, ohne das die Hand auch nur in Richtung des Gesichts gezuckt hätte, ist mein Tag perfekt! Dann möchte ich mich am liebsten von oben bis unten in eine dicke Wolke Desinfektionsmittel hüllen.

Bloß gut das ich eben diesen Schutzwall habe! Sollte ich allerdings doch einmal krank sein, haben die Kunden stets den hilfreichen Ratschlag „Gehen Sie doch mal zur Apotheke *hehe*“ parat.

Wenn ich es recht überlege, werde ich wohl doch ein desinfizierendes Bad nehmen. Rein prophylaktisch natürlich!

Dieser Beitrag kann Spuren von Satire, Sarkasmus und Haselnüssen enthalten! 😉

Er sucht Dich! Eliteegel.de

Er sucht Dich! Eliteegel.de

Liebe Freunde der anspruchsvollen Literatur.Ich wende mich etwas wehmütig an Euch mit meinem Anliegen: der Waldemar braucht ein neues liebevolles Zuhause. Vielleicht sogar ein wohlgenährtes Weibchen in anständigem Zustand – zum paaregeln.

Unser Prachtkerl ist nämlich ein medizinischer Zuchtblutegel, der bestellt und nicht abgeholt wurde.

Er hat eine nachweislich vielversprechende Herkunft, ist im idyllischen Hessen geboren worden und aufgewachsen. Er legt schon ein bisschen Wert auf die Erwähnung, dass er kein Importegel ist.

Der Waldi hat ein großes Herz und überlässt seinen Kameraden gern das sonnige Plätzchen an der südlichen Glaswand. Sein bester Kumpel ist der Udo (eigentlich Hirudo). Bis zu zwei Jahre lebt er von einer Mahlzeit, sowas Genügsames! Nun, er hat schon einiges durchgemacht, das möchte ich nicht verschweigen. Tage und Nächte verbrachte er im Kühlschrank, eingepfercht in einem Kästchen voller Holzwolle.

Ich muss sagen, ich gebe den kleinen properen Schatz ungern aus der Hand. Er hat ein heiteres Gemüt und achtet auch sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild; besteht darauf, jeden zweiten Tag gebadet zu werden. Und smart ist er auch noch! Waldi würde sich sehr gerne nützlich machen, zum Beispiel in wirtschaftlich beratender Funktion. Ich habe ihm dafür schon ein kleines Poloshirt genäht und mit einer entzückenden Krokodilapplikation versehen, schick! Waldemars unique selling proposition ist seine wunderhübsche einzigartige Musterung, seine rötlichen Längsstreifen bilden ein S in einem Fünfeck. Das Schnuckelchen wird mir fehlen, aber ich möchte wirklich, dass er glücklich ist. Und vielleicht bekommen wir dann eines Tages Besuch von kleinen Mini-Waldis..

Jetzt möchte ich Euch noch verraten, wohin Ihr Eure ansprechenden Zuschriften (gerne mit Foto) senden dürft:

„Mein Egel Waldemar und ich, wir zwei, wohnen in der Regenbogenstraße drei.

Und wenn wir abends eine Runde gehn, dann kann man Waldi fröhlich hopsen sehn.“

Apothekenbingo

Apothekenbingo

Wundert Euch nicht, wenn Ihr irgendwo in einer Apotheke steht und im geheimnisvollen Schlund des hinteren Gewölbes, der hinter dem Zentralalphabet beginnt, ruft jemand vom Fachpersonal plötzlich laut „Bingo!“.Dann ist im Verkaufsraum wieder einer der folgenden beliebten Sätze gefallen, wie es aufgrund geheimer Absprachen oder genetischer Programmierung (?) im ganzen Land täglich unzählige Male geschieht:

„Ich hätte gerne einmal ratiopharm!“

„Hier – ich möchte gern dieses Rezept.“ (… wenn das Personal gut gelaunt ist, schiebt es das Rezept einfach verschmitzt wieder zurück über den Tisch 🙂 )

„Können Sie sehen, ob eine andere Apotheke das da hat?“ (Moment, ich hole eben meine Kristallkugel. Die synaptische Verbindung im intergalaktischen Kollektiv spinnt grade.)

„Bitte einmal Folgendes. Aber nur, wenn Sie’s gleich dahaben!“

„Ich wollte doch nicht gleich die ganze Apotheke kaufen!“

„Das müssen sie mir dann aber bringen!“

„Ich hätte gern das Mittel aus der Werbung.“, auch gern in der Variante „Na die grüne Packung “ oder „Sie wissen schon, die kleinen weißen Tabletten.“

„Gibt’s schon/noch Kalender? Och, keine schmalen/breiten/mit Pflanzen/Garten/Küche/Hunden/Katzen/Planeten/seltenen Sitticharten..???!“ (Klar, hab ich alles hinten in unserem riiesigen Lager für Druckkunst. Suche ich Ihnen raus, kann aber dauern!)

„Ach, da gibts verschiedene Größen? Hm.. ich soll’s nur mitbringen. Warten Sie, ich ruf mal schnell zu Hause an“ und schwupps – bekommt man ein fremdes Handy ans Ohr gedrückt.

„Heute nur die Literatur! / Apotheken“rundschau“ / Rentnerbravo “

„Ich brauche das sofort! Ich fahre nämlich heute Abend in den Urlaub.“

Hach, ich liebe es, wenn ich eine Reihe voller Kreuzchen bekomme. Ein Bingo-Tag ist ein guter Tag!

Nein, auch wir lernen nicht aus

Nein, auch wir lernen nicht aus

Okay, wir geben es wirklich nur ungern zu, aber manchmal können wir von unseren Kunden echt noch was lernen!

Erst vor kurzem erklärte mir ein Kunde das neue Know-How bei Erkältungskrankheiten. Die Lösung ist so simpel wie genial! Einfach 2 mal pro Tag den Darm mittels eines Einlaufes reinigen, und schon sind alle Bakterien verschwunden!! Zwar gibt es keine logische Erklärung, wie dadurch Erreger der oberen (!!) Atemwege abgetötet werden, aber hey- wenns funktioniert! Schließlich wurde diese Art der Therapie einst von einem Bewohner des „Dschungel-Camps“ erläutert und praktiziert. Und das ist doch wohl eine zuverlässige Quelle!

Eine andere Kundin versicherte mir, dass selbst angerührte Zahncreme aus Kohle ihre Zähne strahlend weiß macht! Die schwarzen Krümel zwischen den Zähnen sind nach mehrmaligem Spülen verschwunden. Perfekt!!

Telefontherapie

Telefontherapie

image„Ihre Apotheke, Kaufmann am Apparat.“  „Ja, hier auch Müller“ …Flitzpiepe.

Eine sehr beliebte, weil herrische, Stammkundin wies einen unserer Mitarbeiter auch schon telefonisch an, beim nahe gelegenen Bäcker eine Bestellung für sie aufzugeben und abzuholen.. 😳

In einer lauschigen Apothekennacht: „Hallo, ich wollte nur wissen, ob sie Notdienst haben.“ „Ja“(sonst würden wir jetzt nicht miteinander telefonieren..?!)   „Und gegen Kopfschmerzen- haben Sie da was da?“ „Aber natürlich“ (Waas, gegen Kopfschmerzen?! Sowas Ungewöhnliches wird hier sonst nie verlangt, Sie bringen mich echt ins Schwitzen!)