An dem Produkt ist was kaputt, das ist die Reklamation! 

An dem Produkt ist was kaputt, das ist die Reklamation! 

Ihr empörter Blick eilt der Kundin voraus, als sie in die Apotheke stürmt. 
„Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich Lactose nicht vertrage. Und Sie haben mir SonnenMILCH verkauft?!“

„Ich möchte eine Pille ohne aufgedruckte Wochentage auf dem Blister. Oder haben SIE etwa jeden Tag Sex??!“
„Hier- den Irrigator hab ich vorige Woche bei Ihnen gekauft. Der funktioniert garnicht richtig! Ich will den zurückgeben.“

Potzblitz!
Darum wollte ich schon immer was mit Menschen machen. Was lustiges. Was mit Spannung. Und immer wieder überraschend.

Aber jetzt mal was ganz anderes:
„Wann verschneidet man denn im Garten die Nelken?“, fragt Frau F mit gerunzelter Stirn.

Das weiß ich leider auch nicht. Mein Bioprofessor und ich hatten damals auch eher ein unterkühltes Klima in den mündlichen Prüfungen. Dass ich in der vorangegangenen Fress-Schlaf-Lern-Phase die sieben fetten Ordner mit den Vorlesungshieroglyphen nur überfliegen hatte können, war ihm schnell klargeworden. Weil ich so blass und verschwitzt aussah. Zum Glück konnte ich den Anfangsbuchstaben unten auf dem kleinen Röhrchen mit der vetrockneten Wurzelscheibe erkennen, sonst hätte ich das exquisite Fossil womöglich garnicht identifiziert, um mich anschließend stammelnd in Syntheseschritten von kompliziert klingenden sekundären Inhaltsstoffen zu ergehen. Also kommen Sie mir jetzt nicht mit Botanik.

Aber wenn Sie viel im Garten arbeiten, sollten Sie unbedingt einen Sonnenschutz auftragen!;)

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Der Preis ist heiß

Der Preis ist heiß

Wozu eigentlich Preisbindung, UVP und Sonderrabatte? Wieso nicht einfach alles direkt mit dem Kunden verhandeln?‚Was sind sie bereit zu zahlen?! Ja, passt!‘ Handschlag drauf- fertig! 

Das würde mir viele Diskussionen ersparen!
Manchmal komme ich mir vor wie auf dem türkischen Basar. „Wenn ich gleich 2 Packungen nehme, wird’s dann günstiger?!“ Werd ich demnächst auch mal im Supermarkt versuchen wenn ich meinen Schoki-Vorrat einkaufe! Vielleicht bekomme ich Mengenrabatt! 
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich vorn auf dem HV eine kleine Dose aufstellen, in die jeder einwerfen kann was er gern für sein gewähltes Produkt zahlen würde. Eine Kasse des Vertrauens! Dann könnte ich mir auch das lästige nach vorn laufen ersparen. Einfach nach vorn schreien wo das Medikament liegt und fertig 😀 

Weniger Hirnschmalz ist manchmal mehr

Weniger Hirnschmalz ist manchmal mehr

„Ich hätte gerne mal eine Frage. Zu diesen Kapseln hier. Auf der Packung steht doch ‚Hartkapseln‘, aber innen sind die so grün und weich, wie flüssige Schokolade!““Diese Kapseln sind zum Einnehmen mit Wasser gedacht, die sollen Sie doch garnicht öffnen?“ (Fragender Blick zur Kundin, leicht panisch-irritierte Attitüde)

„Naa, auf dem Blister heißt es aber ‚Inhalt seitlich herausdrücken!'“

Es gibt eindeutig auch eine zu hohe compliance. 
Und weil ich so neugierig bin, bitte ich die Frau dann noch, ihr Shirt glattzuziehen, um den Aufdruck besser lesen zu können. Und das verfröhlicht mir dann gleich wieder den Tag: „Liebe ist ausverkauft, aber wir hätten noch Vodka im Angebot!“

Affen-Tiefkühlfritten-geil.

Kannst du bitte meine Mama anrufen

Kannst du bitte meine Mama anrufen

Ich bin mir ganz sicher, jeder Mann musste schon einmal eine fast tödlich endende Männergrippe durchleiden.Die ganz starken kommen selbst in die Apotheke. Das ist allerdings ein recht selten vorkommender Fall. Meist schicken die langsam dahin siechenden Männer ihre Frau oder Freundin.

Heute allerdings hatte ich einen besonderen Fall. Die Mama wurde geschickt. Man kann sich natürlich leibhaftig vorstellen wie es der armen Frau gegangen sein muss, die ihren todkranken Spross allein daheim lassen musste, um schnell in die Apotheke zu sprinten.
Es gab mal eine schöne Werbung. 
Der Mann lag sterbend im Bett und bat seine Freundin doch bitte seine Mama anzurufen. 

Aber wozu ein Risiko eingehen? Schließlich kann alles ganz schnell vorbei sein! 

Also erzählte mir die Frau augenrollend das ihr armer, 26jähriger grippeerkrankter Sohn nun kurzerhand bei ihr eingezogen war um sich gesundpflegen zu lassen.

Auf die Frage ob ich ihr bitte einen Holzhammer verkaufen kann, musste ich leider schmunzelnd den Kopf schütteln. 

Wer schleimt, kommt weiter 

Wer schleimt, kommt weiter 

Ich kultiviere auch meine Wissenslücken und stehe zu ihnen, seit ich mich im Studium vom Lernen aufs ordnerweise Durchlesen verlegt habe. Regelmäßig träume ich schlecht von nichtbesuchten wichtigen Seminaren und überraschenden Prüfungen, die ich unvorbereitet antreten muss, aber ich weiß garnicht, welche Straßenbahn ich nehmen muss, um dorthin zu kommen, uaah. Aber manche Lücke wird auch hin und wieder gefüllt und dann ist es so schön, als wärs eine bestandene Klausur:)
Heute durfte ich auch was ganz fundamentales dazulernen. Meine Kundin fragte nach einem Schleimlöser und erklärte mir, dass sie einen ganz milden bräuchte. Weil: sie hat gelesen, dass Schleimlöser nicht gut für Frauen sind. Also für die Gebärmutterschleimhaut. 
Uiuiui. Ich bin ja der visuelle Typ. 
Vor meinem inneren Auge Bilder von sich auflösenden Schleimhäuten im GANZEN Körper!!! 

Ich kann euch sagen, da war ich schon erschrocken über das kontinentale Ausmaß meines Nichtwissens. Und ich habe auch garnicht erst versucht, es zu überspielen. Nein, ich habe geschworen, dass ich das googeln werde. Hab ich später auch gemacht. Und siehe da- ich fand in einem

Forum mal wieder Fakten, Fakten, Fakten! Die les ich mir bis nächste Woche noch dreimal durch, versprochen.

Chillimilli oben ohne

Chillimilli oben ohne

Hautkontakt soll ja das Wohlbefinden steigern. Meine eigene kleine nichtrandomisierte und offenen Auges durchgeführte Studie an wohlgeformten Kundenrücken bestätigt dies uneingeschränkt. Ich klebe gern Wärmepflaster auf, offen gesagt. Ja, ich bringe Männer dazu, in der Offinzin ihr Poloshirt auszuziehen. Mit Nachdruck, wenn es sein muss. Vor allem, wenn es rosafarben ist und der Träger eingangs eine „Salbe mit Chilli“ verlangt hat. „Aber die stärkere, die andere ist ja für Hausfrauen.“ Empörtes Auflachen des Fachpersonals. Tss. Der hat offenbar noch nie „Desperate Housewives“ gesehen. Aber wir Frauen sind ja gewieft und bekommen immer, was wir wollen. Erst recht im schwesterlich-feministischen Geiste der Ehrenrettung aller Hausfrauen. Am Ende des vollkommen sachlich und unabhängig geführten Beratungsgespräches haben wir also einen freien männlichen Oberkörper im Verkaufsraum und stellen klar, dass Apothekenpersonal auch super gern praktisch behilflich ist. Da kommt der nächste Kunde hereinspaziert: „Ich brauche bitte einen Einlauf!“ Nunja. Man muss auch delegieren können.

Gute Laune ist rezeptfrei

Gute Laune ist rezeptfrei

„Raten Sie, wie alt ich bin!“

Ok.. dieser saftige Herr muss bestimmt mehr als 80 Lenze zählen.
Ich mit fester Stimme: „76.“
Er strahlend:“Ich bin 84!“
Da braucht er gleich nur noch die halbe Dosis von all seinen Medikamenten, juchu.

Und dann bekomme ich auch noch meine Tagesration:
„Sie sind eine, eine, eine schöne…!“ (Ohje, was meint er denn? Eine schöne Portion Frau, die gut im Futter steht?)
„Haben Sie einen Freund? Ich habe da nämlich einen Sohn. Dem Alexander werde ich Bescheid sagen: ‚Die Tante arbeitet in der Apotheke!‘ Hehe.“

Mannmannmann. Ich gehe nur noch zögerlich in den Handverkauf.
Bei jedem: „Ich will eine Creme gegen Arschbrennen!“ oder „Einmal Schmerztabletten. Sie brauchen nichts zu sagen, ich weiß, was ich tue!“
rechne ich mit einer Heimsuchung durch Alexander den Kranken.