Gibt’s denn schon Kalender?!

Gibt’s denn schon Kalender?!

JA! Er ist da! Der November! Kalenderzeit!

Nachdem ich im ersten Quartal des Jahres die Frage „Gibt’s denn schon Kalender fürs nächste Jahr?!“ nicht mehr zählen konnte, so konnte ich sie heute endlich mit einem fröhlichen „JA!“ beantworten. Monatelang habe ich mich seelisch und moralisch darauf vorbereitet und heute war es soweit. Nachdem ich mir das ganze Jahr im 2-Wochen-Rythmus vorkomme als sei ich Verschenkerin in einem Zeitungskiosk so kann ich doch nun auch endlich meine Qualitäten im „Hier ist ein kostenfreier Kalender für Sie! Ach, der gefällt Ihnen nicht? Schade! Ich habe leider nur diesen einen“ unter Beweis stellen. Allein dafür hat sich die Ausbildung doch schon gelohnt!  Ich muss zugeben ich hatte schon leichte Bedenken geäußert als festgelegt wurde, dieses Jahr nur noch eine Sorte Kalender anzubieten. Ich kenne doch meine Pappenheimer. Da ist der Kalender zu dick, zu dünn, zu schmal oder lang oder passt eben nicht an das Stück Wand zwischen Küchenfenster und Tür- fatal! Schließlich hing der Kalender doch schon immer da. Doch die Geschäftsleitung wollte davon nichts hören. Auch mein Vorschlag eine Bahnhofshalle anzumieten, in der wir Kalender in allen Formen, Größen, Mustern und Motiven lagern könnten damit auch ja für jeden was dabei ist kam nur semi gut an. Schade eigentlich! Ich freue mich ja jetzt schon auf die Diskussionen die ich nun führen muss bis es wieder heißt „Gibt’s denn schon Kalender fürs nächste Jahr?!“ …

Eines habe ich mir fest vorgenommen, wenn ich demnächst etwas geschenkt bekomme werde ich auch erstmal laut darüber schimpfen und mich beschweren! Weil wenn schon gratis, dann doch bitte auch ganz nach meinem Geschmack!

Er sucht Dich! Eliteegel.de

Er sucht Dich! Eliteegel.de

Liebe Freunde der anspruchsvollen Literatur.Ich wende mich etwas wehmütig an Euch mit meinem Anliegen: der Waldemar braucht ein neues liebevolles Zuhause. Vielleicht sogar ein wohlgenährtes Weibchen in anständigem Zustand – zum paaregeln.

Unser Prachtkerl ist nämlich ein medizinischer Zuchtblutegel, der bestellt und nicht abgeholt wurde.

Er hat eine nachweislich vielversprechende Herkunft, ist im idyllischen Hessen geboren worden und aufgewachsen. Er legt schon ein bisschen Wert auf die Erwähnung, dass er kein Importegel ist.

Der Waldi hat ein großes Herz und überlässt seinen Kameraden gern das sonnige Plätzchen an der südlichen Glaswand. Sein bester Kumpel ist der Udo (eigentlich Hirudo). Bis zu zwei Jahre lebt er von einer Mahlzeit, sowas Genügsames! Nun, er hat schon einiges durchgemacht, das möchte ich nicht verschweigen. Tage und Nächte verbrachte er im Kühlschrank, eingepfercht in einem Kästchen voller Holzwolle.

Ich muss sagen, ich gebe den kleinen properen Schatz ungern aus der Hand. Er hat ein heiteres Gemüt und achtet auch sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild; besteht darauf, jeden zweiten Tag gebadet zu werden. Und smart ist er auch noch! Waldi würde sich sehr gerne nützlich machen, zum Beispiel in wirtschaftlich beratender Funktion. Ich habe ihm dafür schon ein kleines Poloshirt genäht und mit einer entzückenden Krokodilapplikation versehen, schick! Waldemars unique selling proposition ist seine wunderhübsche einzigartige Musterung, seine rötlichen Längsstreifen bilden ein S in einem Fünfeck. Das Schnuckelchen wird mir fehlen, aber ich möchte wirklich, dass er glücklich ist. Und vielleicht bekommen wir dann eines Tages Besuch von kleinen Mini-Waldis..

Jetzt möchte ich Euch noch verraten, wohin Ihr Eure ansprechenden Zuschriften (gerne mit Foto) senden dürft:

„Mein Egel Waldemar und ich, wir zwei, wohnen in der Regenbogenstraße drei.

Und wenn wir abends eine Runde gehn, dann kann man Waldi fröhlich hopsen sehn.“

WunderWahnsinnWissen

WunderWahnsinnWissen

Mist! Hätte ich mich doch nur mal zusammengerissen und noch schnell ein Medizinstudium absolviert, dann hätte ich wohl auch das MRT-Bild deuten können welches der Kunde mir gerade beschreibt. Was sagt denn ihr Arzt dazu? Ist das einzige was mir einfällt. Nun der hat keine Ahnung. Und auch dem Wunder-Facharzt von weit weg fällt nichts dazu ein. Mist Mist Mist! Das wäre meine Chance gewesen!

Nun ja, neuer Versuch- vielleicht kennen Sie ja eine neue Therapieform? Mist! Hätte ich das Studium doch gemacht und eine erfinden können, auf die bis jetzt auch noch kein Arzt gekommen ist. Dann wäre ich jetzt reich und berühmt geworden! Aber- hätte hätte Fahrradkette… Der Kunde guckt mich mit ganz großen Augen an. Ich habe das Gefühl etwas sagen zu müssen. Am besten ich befrage schnell Dr. Google, der weiß doch immer alles!

Aber da folgt schon die nächste Frage des Kunden: Ist denn nun das Gingko Präperat aus der Apotheke oder der Drogerie besser? Noch bevor ich antworten kann holt er zu einer neuen Frage aus. Haben Sie denn eigentlich auch diese Billigtabletten? Ich weiß leider nicht was drin ist und wogegen meine Frau sie nehmen möchte. Außerdem habe ich noch eine allerletzte Frage: Wie komme ich von hier mit der Bahn in die XY Straße und gibt es da diesen wunderschönen Bioladen noch? Und gleich noch eine Frage, Wielange hat der denn auf? Haben sie die Telefonnummer? Und wenn wir gleich dabei sind, wissen Sie wo heute was schönes los ist in der Stadt?! Fragen über Fragen! Mir ist schon ganz schwindelig von der Vielfalt. Bestimmt sieht mein Kopf schon aus wie ein Schweizer Käse…

Lust auf Picknick?

Lust auf Picknick?

Unsere Apothekentreppe ist schon toll! Sie dient nicht nur dem rein- und raustreten sondern wird auch gern mal als Parkbankersatz umfunktioniert. Vor allem am Abend scheint sie ein beliebter Aufenthaltsplatz im Viertel zu sein. Die feierfreudigen Partypeople hinterlassen uns dort schon so mache tolle Überraschung. Erst gestern morgen fand ich eine Sammlung von leeren, fein säuberlich auftrappierten Schnapsflaschen vor. -Frechheit! Nicht mal ein Probierschlückchen! Dabei hatte ich mich schon so gefreut. Das Stück Pizza von letzter Woche ist schon lange verdaut.

Doch anscheinend wurde meine stumme Enttäuschung erhört. Denn schon heute morgen sah ich auf dem Weg zur Tür etwas in unserem Rollgitter stecken. Meine Freude stieg ins unermessliche als ich erkannte was es war. Ein halb aufgegessener Döner! Toll!! Und er duftete so verführerisch! Ich bekam mich nicht mehr ein als ich dazu noch eine halb volle Bierflasche direkt auf der Treppe vorfand. Meine Güte- ist denn heut schon Weihnachten?! Schnell und unauffällig hereintragen, nicht das die Kollegen am Ende noch etwas abhaben wollen. Das muss ich verhindern! Schließlich habe ich noch nicht gefrühstückt!

Ich bin gespannt was mich morgen erwartet. Eine halbe Flasche Sekt und ein angebissenes Croissant wären toll! Aber, ich möchte ja nicht wählerisch sein…

(Dieser Beitrag kann Spuren von Satiere, Sarkasmus und Haselnüssen enthalten)

Alles nur in meinem Kopf

Alles nur in meinem Kopf

„Ihr in der Drogerie gekauftes Blutdruckmessgerät funktioniert nicht und die Manschette lässt Luft?! Natürlich ist es vollkommen gerechtfertigt wenn sie MICH deswegen anschreien! Außerdem ist es eine Frechheit das mein Unfähiger Großhandel nicht in der Lage ist, Ersatzteile für genau dieses Drogerie Messgerät zu besorgen! Es wäre auch unzumutbar Sie wieder in die Drogerie zurückzuschicken, in der Sie das Gerät gekauft haben!“ Doch all das sage ich nur in meinem Kopf.

Stattdessen nicke ich zustimmend, lächle mitfühlend, entschuldige mich (natürlich…) und denke an die nette Stammkundin, die mir wenige Minuten zuvor Schokolade geschenkt hat weil sie sich durch uns gut beraten und herzlich willkommen fühlt! 😊

Please hold the line

Please hold the line

Mein nächster Kunde betritt die Apotheke und hält mir sein Rezept unter die Nase.
Ein Antibiotikum- der arme!
Eilig laufe ich zum Schub und suche das richtige Medikament heraus.
Sofort beginne ich die Erklärung der Einnahmehinweise. Im zweiten Satz werde ich von seinem Handyklingeln unterbrochen.
Er holt es aus der Tasche, dreht sich von mir weg und beginnt munter sein Telefonat.
-Hey!! Hallo?? Ich war doch noch gar nicht fertig! Hm, womöglich bin ich ja versehentlich unsichtbar geworden?!

Ich rede unbeirrt weiter, schließlich sind die Hinweise wichtig! Er gibt mir mit der Hand ein Zeichen ich solle leiser reden.
-Okay!! Offenbar bin ich nicht unsichtbar und sogar gut verständlich. Nun gut, warte ich eben. Habe ja eh nichts anderes zu tun..

Endlich ist er fertig, er schaut mich auch wieder an und fragt dann (etwas provokant) „wollen Sie mir nicht noch irgendwas dazu erklären?!“
Aber natürlich! Mit einem zuckersüßen Lächeln beginne ich meine Beratung erneut, schließlich habe ich den Tag herumgesessen und nur auf ihn gewartet. Meine Finger schmerzen auch schon vom stundenlangen Däumchen drehen!
Aber so langsam wird es dann doch Zeit für die nächste Kaffeepause!…

Apothekenbingo

Apothekenbingo

Wundert Euch nicht, wenn Ihr irgendwo in einer Apotheke steht und im geheimnisvollen Schlund des hinteren Gewölbes, der hinter dem Zentralalphabet beginnt, ruft jemand vom Fachpersonal plötzlich laut „Bingo!“.Dann ist im Verkaufsraum wieder einer der folgenden beliebten Sätze gefallen, wie es aufgrund geheimer Absprachen oder genetischer Programmierung (?) im ganzen Land täglich unzählige Male geschieht:

„Ich hätte gerne einmal ratiopharm!“

„Hier – ich möchte gern dieses Rezept.“ (… wenn das Personal gut gelaunt ist, schiebt es das Rezept einfach verschmitzt wieder zurück über den Tisch 🙂 )

„Können Sie sehen, ob eine andere Apotheke das da hat?“ (Moment, ich hole eben meine Kristallkugel. Die synaptische Verbindung im intergalaktischen Kollektiv spinnt grade.)

„Bitte einmal Folgendes. Aber nur, wenn Sie’s gleich dahaben!“

„Ich wollte doch nicht gleich die ganze Apotheke kaufen!“

„Das müssen sie mir dann aber bringen!“

„Ich hätte gern das Mittel aus der Werbung.“, auch gern in der Variante „Na die grüne Packung “ oder „Sie wissen schon, die kleinen weißen Tabletten.“

„Gibt’s schon/noch Kalender? Och, keine schmalen/breiten/mit Pflanzen/Garten/Küche/Hunden/Katzen/Planeten/seltenen Sitticharten..???!“ (Klar, hab ich alles hinten in unserem riiesigen Lager für Druckkunst. Suche ich Ihnen raus, kann aber dauern!)

„Ach, da gibts verschiedene Größen? Hm.. ich soll’s nur mitbringen. Warten Sie, ich ruf mal schnell zu Hause an“ und schwupps – bekommt man ein fremdes Handy ans Ohr gedrückt.

„Heute nur die Literatur! / Apotheken“rundschau“ / Rentnerbravo “

„Ich brauche das sofort! Ich fahre nämlich heute Abend in den Urlaub.“

Hach, ich liebe es, wenn ich eine Reihe voller Kreuzchen bekomme. Ein Bingo-Tag ist ein guter Tag!