Der Preis ist heiß

Der Preis ist heiß

Wozu eigentlich Preisbindung, UVP und Sonderrabatte? Wieso nicht einfach alles direkt mit dem Kunden verhandeln?‚Was sind sie bereit zu zahlen?! Ja, passt!‘ Handschlag drauf- fertig! 

Das würde mir viele Diskussionen ersparen!
Manchmal komme ich mir vor wie auf dem türkischen Basar. „Wenn ich gleich 2 Packungen nehme, wird’s dann günstiger?!“ Werd ich demnächst auch mal im Supermarkt versuchen wenn ich meinen Schoki-Vorrat einkaufe! Vielleicht bekomme ich Mengenrabatt! 
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich vorn auf dem HV eine kleine Dose aufstellen, in die jeder einwerfen kann was er gern für sein gewähltes Produkt zahlen würde. Eine Kasse des Vertrauens! Dann könnte ich mir auch das lästige nach vorn laufen ersparen. Einfach nach vorn schreien wo das Medikament liegt und fertig 😀 

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Kannst du bitte meine Mama anrufen

Kannst du bitte meine Mama anrufen

Ich bin mir ganz sicher, jeder Mann musste schon einmal eine fast tödlich endende Männergrippe durchleiden.Die ganz starken kommen selbst in die Apotheke. Das ist allerdings ein recht selten vorkommender Fall. Meist schicken die langsam dahin siechenden Männer ihre Frau oder Freundin.

Heute allerdings hatte ich einen besonderen Fall. Die Mama wurde geschickt. Man kann sich natürlich leibhaftig vorstellen wie es der armen Frau gegangen sein muss, die ihren todkranken Spross allein daheim lassen musste, um schnell in die Apotheke zu sprinten.
Es gab mal eine schöne Werbung. 
Der Mann lag sterbend im Bett und bat seine Freundin doch bitte seine Mama anzurufen. 

Aber wozu ein Risiko eingehen? Schließlich kann alles ganz schnell vorbei sein! 

Also erzählte mir die Frau augenrollend das ihr armer, 26jähriger grippeerkrankter Sohn nun kurzerhand bei ihr eingezogen war um sich gesundpflegen zu lassen.

Auf die Frage ob ich ihr bitte einen Holzhammer verkaufen kann, musste ich leider schmunzelnd den Kopf schütteln. 

walke mit der time 

walke mit der time 

Was früher im Englischunterricht nur ein verzweifelter Versuch war doch noch einen Satz zustande zu bringen ist heute voll inn! Nämlich einfach aus zwei Sprachen eine machen. Tadaaa let’s speak denglisch!
Da fallen dann Sätze wie: „die Tabletten hatte ich Schonmal, aber die haben mich nicht geflashed“ oder „ich brauche ein Antihistaminikum was nicht so tired macht“ oder auch „danke, wünsch‘ Ihnen noch einen nicen Tag“! 

Ich bin wohl einfach nicht tight und hipp genug um mitreden zu können oder es auch nur cool zu finden. 

Ich werde von nun an mein life chillen und mit der time walken. Denn dann kann ich auch mit meinen Kunden wieder voll nice am been sein!

Phantomsymptom

Phantomsymptom

Ich liebe ja selbstgegooglete Diagnosen! Wer könnte es auch besser wissen als Dr. Google? Der weiß doch einfach alles! Wozu studieren wenn es auch die Suchmaschiene tut.Meine heutige Kundin machte mich allerdings etwas ratlos. Sie wollte etwas für ihren Freund. Der hat ganz schlimme Beschwerden, die aber eigentlich keine sind… Aber er spürt das etwas da ist – oh ja, das wird spannend, dachte ich mir.

Sie erzählte mir das in seinen Nebenhöhlen seit 8 Wochen fröhlich Bakterien wohnen, die sich nun auf den Weg in die Bronchien gemacht hatten. Die Bronchien sind ganz doll entzündet aber es äußert sich nicht. Kein Husten, keine Atemnot, kein Engegefühl, keine anderen Beschwerden- einfach nichts! Boar! Da war selbst der Dr. Google ratlos. (Ich frage mich eh was man in diesem Fall wohl in die Suchmaschiene einklimpert) Beim richtigen Arzt war er auch schon, der wollte allerdings nichts verschreiben, da sowohl Bronchien als auch Nebenhöhlen frei sind. 

Seine Diagnose lautete: „gesund“

Die Kundin war darüber allerdings total empört, das könne ja wohl nicht sein! 

Was rät man nun jemanden der eigentlich nichts hat aber unbedingt etwas linderndes kaufen will… Kannst ja auch nicht sagen „herzlichen Glückwunsch, ihr Freund ist gesund und bildet sich alles nur ein“.

Eine Tüte Bonbons und ’ne Packung Tee später war die Kundin glücklich und fühlte sich verstanden, was will man mehr!

Verwunderung und Kopfschütteln bereitete mir das ganze aber dennoch…

Testphase 

Testphase 

Ich gebe zu, mittlerweile kann ich diese Sätze schon singen, aber da ich das sowohl den Kollegen als auch den Kunden ersparen möchte, erkläre ich dem Herrn vor mir nun noch einmal ganz in Ruhe wieso ich böse Apothekenangestellte die rezeptpflichtigen blauen Wunderpotenzpillen nicht einfach ohne entsprechende Verordnung rausrücken kann. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch, ist ja nicht so als hätten wir nichts da. Ich empfehle ihm also stattdessen die pflanzliche und freiverkäufliche Alternative. Doch so schnell will der gute Herr sich nicht überzeugen lassen!

 „Haben sie damit denn auch Erfahrung? Hilft das denn wirklich?!“ 
Selbstverständlich haben wir Erfahrung! Hallo! Natürlich werden ALLE Medikamente, Salben, Tee’s, etc. vorher ausführlich von uns selbst getestet bevor wir sie zum Kauf anbieten. Doch leider befinde ich mich momentan in der „Fühl die Energie- Tee Testphase“ und kann nicht weiter helfen… Ich hätte ihn nur allzu gern vertrauensvoll an meinen Kollegen verwiesen, doch der ist vorübergehend krankgeschrieben… irgendwas mit Dysfunktion… 

Machen Sie etwa schon zu?

Machen Sie etwa schon zu?

Montagabend, 18.30Uhr- Feierabend! Ha! Denkste! Ich war schon auf dem Weg zur Tür und schon fast mit dem Finger am Knöpfchen angelangt da schnipst noch schnell eine lautstark telefonierende Kundin rein. Statt eines ‚Guten Abend‘ schnauzt sie mir ein ‚Machen Sie etwa schon zu?!‘ entgegen. Schwups hat sie mir auch schon eine ganze Hand voll Rezepte Ihrer Kinder auf den Tisch gekracht. Kein Problem, ist ja nicht so als hatte ich heute noch etwas vor. Nachdem ich alles fein eingetippt, aus den Schüben gesucht und auf dem HV-Tisch aufgestapelt habe empfinde ich es als äußerst wichtig ihr die Dosierungen der verschiedenen Antibiotika zu vermitteln. Sie denkt allerdings überhaupt nicht daran ihr Telefonat zu beenden. Hm, ihre beschriebenen Excel Tabellen können doch aber wohl kaum wichtiger sein! Ich entschließe mich einfach los zu reden. Ich erzähle also laut und deutlich wie sie die Antibiotika bei Ihren Kindern anzuwenden und zu dosieren hat. Ich ernte einen bitterbösen Blick und eine abwinkende Handbewegung. Genervt fragt sie ob wir nun fertig sind. Als ich nicke ramscht sie alles in ihre übergroße Handtasche und stürmt von dannen. ‚Ihnen auch noch einen schönen Abend‘ rufe ich ihr hinterher als ich endlich die Tür schließe und in meinen, wie ich finde, wohlverdienten Feierabend aufbreche. 

Alle Jahre wieder…

Alle Jahre wieder…

Das kurz vor Heiligabend alle Menschen wie verrückt Supermärkte und Apotheken stürmen, weil sie vermuten die Lebens- und Arzneimittelversordung könnte nun für immer Enden ist ja nun nichts neues. Vor Weihnachten und auch zwischen den Feiertagen kann ich die Rezepte kaum zählen die schon wochenlang in der Jackentasche herumgetragen werden und unbedingt JETZT SOFORT beliefert werden müssen. Wenn der Großhandel aber nun heute nicht mehr liefert weil der Ladenschluss verdächtig nah ist, ist die Katastrophe perfekt! Aber am liebsten führe ich die Diskussion wieso es unmöglich ist verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept herauszurücken, weil die Praxen es sich wagen eine Woche Urlaub zu machen. Am liebsten natürlich am Telefon oder kurz vor Feierabend! Ich verstehe das man sich auf das Ende der Pillenpackung nur schlecht vorbereiten kann, aber trotz verzweifelten bitten und betteln müssen wir Schwein sein! In diesen Tagen kommen auch all die Menschen die die merkwürdigsten Symptome mit sich herumtragen aber auf keinen Fall eine Bereitschaftsdiensthabende Facharztpraxis aufzusuchen, denn da muss man dann ja eventuell warten! Deshalb wird munter an sich selbst herumgedoktert. Oder die Kunden glauben Ihren Ärzten die gestellte Diagnose erst gar nicht. Über die Frage ob ich mich mit diesem „Arzt-Kram“ auskennen würde mussten ich schon sehr schmunzeln. Doch wie jedes Jahr bin ich froh wenn diese, doch etwas anstrengende Zeit, überstanden ist und es heißt: AUF EIN NEUES!