Yo carb!

Yo carb!


Zwei Croissants und ein Dinkelbrot?!Die Kundin hat mir ihren als Bäckerbon verkleideten Abholschein in die Hand gedrückt, aber ich kann das nicht ad hoc in Medikamente übersetzen. Oder will sie mich testen? Tss, diese kleine aufmüpfige Brezelillustration links oben macht mich nicht schwach, ich hab grade schon auf dem Fahrrad gefrühstückt. 2,5 Insekten. Durch die Nasenlöcher. 

Oder ist es ein versteckter Hilferuf? 

Fühlt sich die Arme nicht wohl in ihrer Haut? 

Ich berate doch so gern in meiner Spezifikation als Küchenpsychologin. Mir wird gleich ganz blümerant. Erwartungsvoll schaue ich ihr tief und empathisch in die Augen. Da bemerkt sie die Verwechslung und kramt den echten Schein raus. Dann eben nicht. 

Werd gleich mal selber zum Bäcker flitzen, die mickrigen Fliegen machen nicht ewig satt. Und in der Warteschlange braucht bestimmt jemand einen guten Rat!

Heißer Scheiß

Heißer Scheiß


Immer wollen alle nur die Wärmesalbe aus der Werbung. Maaan. Dabei hab ich noch nicht mal einen Fernseher. Da muss eine eigene Kampagne her. Wir testen heute im Team feurige Cremes, mit roter, weißer, gelber Verpackung und grüner Schrift. Und auch die mit den blauen Buchstaben. Und es wird nicht geheult. Es ist der Wahnsinn, wie gut sich die knallroten Unterarme gegen die weiße Berufsbekleidung abheben. Das wirkt realistisch und sehr überzeugend. 

So- wer hat heute Schaufensterdienst? Kostüme raus, in Formation! Wir machen unsre eigene Werbung. Da können die ratio-Zwillinge ihre Täschelchen packen. 

Alles eine Frage der Kommunikation 

Alles eine Frage der Kommunikation 

Im Laufe seines Lebens eignet man sich doch eine ziemlich flapsige Aussprache an. Menschen mit bestimmten Dialekten mehr als andere. Wenn sich mein Kunde also für die Beratung bedankt antworte ich meinst freundlich lächelnd „Gerne!“ – Bis heute!

Meine Kundin ist nämlich Germanistikstudentin und fand in meinem Beratungsgespräch schon mindestens 10 Aussprachefehler. Und dann auch noch dieses „Gerne“- kopfschüttel! Da konnte sich sich jetzt nun beim besten Willen nicht mehr zusammenreißen. Es heißt gern! Ohne e!  Sie fragt sich sowieso wie Menschen mit einer so desaströsen Art sich auszudrücken überhaupt durchs Leben kommen! Deswegen habe sie sich auf die Fahne geschrieben dies zu ändern und Leute wie mich konsequent auf Ihre Fehler hinzuweisen.

Da fällt mir ein, ich muss jetzt dringend die Arztpraxis anrufen, die ständig und ohne nachzudenken „Pflasterwechsel aller 3 Tage“ statt richtig „Pflasterwechsel alle 3 Tage“ (ohne e!!!!) auf ihre Rezepte druckt! 

Ist das jetzt Mode?

Ist das jetzt Mode?

Ich bin entzückt! Mein ausländischer Kunde gibt sich große Mühe auf deutsch mit mir zu sprechen und er macht das soooo toll! Ich verstehe jedes Wort und kann ihn somit ganz wunderbar beraten! Nachdem ich ihm alles nützliche für seine verstopfte Nase empfohlen habe fragt er höflich „Hätten Sie bitte noch ein Nasen T-Shirt für mich?“. Ich versuche nicht zu lachen, das wäre wirklich unhöflich! Aber der Ausdruck ist einfach zu niedlich! Ich kann nichts dagegen tun, die Bilder schießen einfach so in meinen Kopf. Gerade kann ich mich beherrschen nicht zu fragen ob er Rollkragen, Rund- oder V-Ausschnitt bevorzugen würde, aber er soll auf keinen Fall denken ich würde mich über ihn lustig machen. Also sage ich „Die meinen sicher Taschentücher“ und schiebe ihm lächelnd eine Packung zu. Zum Glück können wir beide herzlich lachen. Mit dem Menschen der sich beim programmieren der Übersetzungsapp diesen kleinen Scherz erlaubt hat habe ich allerdings noch ein Hühnchen zu rupfen- sowas tut man doch nicht! 😀

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen 

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen 

 Uiiii, heute hatten wir die kleinste Kundin ever. Tierisch süß. Sie wohnt in einem Schuhkarton. Piep. Ihr Retter kam mit der kleinen Babymaus zu uns, um Katzenmilch zu kaufen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Babymausaufzuchtkonform ist, wir konnten damit leider auch nicht dienen. Das kleine Herzchen wird wohl auch noch eine ganze Weile mit der Verarbeitung seiner traumatisierenden Erlebnisse zu kämpfen haben, der Mausheld hatte das Baby nämlich auf der Straße neben der überfahrenen Mama gefunden. Ich bin für Autoverbot auf bemausten Strecken! Wir konnten zumindest mit einer minikleinen Plastikspritze aushelfen, um das Aufpeppeln zu unterstützen. Sicher bekommt das herzallerliebste Dingelchen einen coolen Namen. Zum Beispiel Forrest Mouse. Dann könnte der toughe streetworker die erholte und gut ausgebildete Maus später wieder in die große weite Welt hinausschicken und ihr ermutigend hinterherrufen: „Lauf, Forrest, lauf!“