„…and: worldpeace!“

„…and: worldpeace!“

Ich bin noch unschlüssig, welcher Kunde diese Woche den Ekel-Award verliehen bekommen soll. Der Bauarbeiter mit der blutigen Hand, der nach tapfer geleisteter Erster Hilfe mit dem Ärmel unseren vollgetropften Tresen wischte? Meine Fingernägel wollten sich schon unter den Gummihandschuhen aufrollen, als ich ihn grade noch, mit Desinfektionsmittel wedelnd, von seiner Blut-und-Dreck-Verteilaktion abhalten konnte: „Ganz lieb von Ihnen, aber ich mach das schon!“ Hätte ich mal lieber meine zornigen Augen eingepackt, nur für alle Fälle.Oder der Mann, der mit seiner treuherzigen Begleitung frisch operiert vom Zahnarzt kam? Man sah es ihm nicht gleich an, doch als er mir dann den Plastikbecher auf den Tisch stellte, den er sich kurz zuvor aus der „Apo-Lounge“ geschnappt hatte, sprach der rotgefärbte wässrig-schleimige Inhalt mit grauenvoller Stimme zu mir. Seitdem muss ich mich bremsen, auf die unschuldige Bitte um etwas H2O nicht intuitiv zu antworten: „Wasser gibts im Meer! Spülen Sie bitte zu hause!“ Ich werde den Werbeaufsteller und die Kasse als Jury befragen und das Teeregal um eine zu Tränen rührende Laudatio bitten. Als Trophäe würde sich vielleicht ein Kunststofffuß aus dem Schaufenster eignen, mit alten benutzten Pflastern und Spritzen verziert..

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