Keep calm and stay strong

Keep calm and stay strong

Und wie ich dann immer mit diesem Tunnelblick in den Kassen-PC starre. Die armen Kunden tun mir richtig leid manchmal. Die Augen leicht zusammengekniffen und Mundwinkel abwärts gerichtet, hello Resting-Bitch-Face, hacke ich dann alle möglichen Daten von A bis Z in die Tastatur, weil das ja alles so seine Richtigkeit haben muss. Dabei steht auf dem Rezept nur ein einziges popeliges Mittelchen. Aber einfach hinterschweben und holen, no way. Das will sonst wieder keiner bezahlen, wenn ich mich hier nicht genau an die Vorgaben halte, die die Software ausspuckt. Ich starre also und tippe und klicke. Die Fliege auf dem Touchscreen ist dabei, mir mit der Eingabe der Krankenkasse zu helfen, find ich klasse. Und der Mensch hinter dem Bildschirm denkt so: „Was macht die Kitteltussi denn da eigentlich die ganze Zeit?! Sucht die ne neue Wohnung im Immobilienportal? Ersteigert die nebenbei eine Handtasche? Legt sie sich ein schniekes Profil im social network an?!“ Und versucht mit einem „Ich möchte noch einmal das Schmerzgel Turbo dazu, bitte!“, mich in die Realität zurückzuholen. Soweit sind wir noch lange nicht! „Von welchem Hersteller hatten sie den Wirkstoff bisher? Ich habe das von Stada da.“ „Ja, dann nehm ich Stadada.“ Gut. „Haben Sie’s auf meiner Kundenkarte eingelocht?“ ‚Türlich! Wunderbärchen. Ich schwebe endlich und wir schließen die langwierige Prozedur erfolgreich ab. Wieder ein Erfolgserlebnis! Fühle mich so berauscht, als hätte ich zu lange Aceton abgefüllt.

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