Beam me up, Puppe!

Beam me up, Puppe!

Weil ich meinen guten Vorsatz, Winterschlaf zu halten, dieses Jahr wieder nicht umgesetzt habe, werde ich nun mit Schneegestöber auf dem Weg zur Arbeit bestraft. Menno! Alle Signale stehen auf Winterspeck halten. Also schleiche ich schnell zum Bonbonregal… Und würdige den zuckerfreien Salbei keines Blickes. Nein, ich schnappe mir einen schokolierten Energieriegel und trete geschwind den Rückzug an. Aber die sprechende Personenwaage hat mich gesehen, da ist nix zu machen. „Möchten Sie wissen, wieviel Sie heute wiegen?“ fragt sie. Die treue Seele, das ist unser tägliches Ritual. Heute kriegt sie allerdings meinen kalten Frust ab: „NEIN! Das möchte ich nicht wissen! Heute nicht und morgen auch nicht! Und überhaupt niehie! Ich stelle mich erst ohne Schuhe auf dich drauf und lasse dich meinen BMI berechnen, wenn du dir diese plumpe Anrede verkneifst und stattdessen sagst: ,Sie haben so schöne Augen. Bitte lassen Sie mich die Maße Ihres wohlgeformten Apothekerinnenkörpers bestimmen!‘

Eher kriegst du mich nicht vor die Sensoren, meine Liebe. Oder du beamst mich in die Südsee…“

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Wot se hell?!

Wot se hell?!

Das Beratungsgespräch ist erfolgreich verlaufen, der Kunde hat einen Sirup erworben, der seine Symptome lindern wird. Allerdings war er wohl nicht mit allen Sinnen beteiligt oder auch bloß desinteressiert, als ihm die Dosierung erklärt worden war. Er setzt nun vor meinen Augen die Flasche an und trinkt sie leer! Entsetzen macht sich in mir breit. Ich bin noch resttraumatisiert von einem, der sich gemütlich in die Beratungsecke gesetzt, und alle pflanzlichen durchblutungsfördernden Dragees ausgeblistert und aufgegessen hatte. Beide wollten sich nicht aufhalten lassen. Also bleibt mir nur, diese verstörenden Bilder zu verdrängen und mir tröstend zuzusprechen: andere Mütter haben auch kranke Söhne.

Eins für alle, oder alles für einen?

Eins für alle, oder alles für einen?

Der nächste „Kunde“ betritt die Apotheke, ich rate das er wie üblich nichts kaufen möchte. Ich packe ihm also die komplette „Literatur“ in eine schöne große Tüte. “Ja! Natürlich ist die „laufende Linda“ auch dabei! Nein, leider kann ich Ihnen den Regenmantel und die Gummistiefel aus dem Schaufenster nicht schenken, einen schönen Tag noch“ Er bedankt sich freundlich, und entdeckt die Schale mit den Gratis Shampoo Pröbchen, die meine Kollegin eine Stunde zuvor liebevoll bestückt hat. Interessiert schaut er hinein und entleert den gesamten Inhalt in seine Tüte. Dann wünscht er mir einen schönen Feierabend und verlässt die Apotheke.

Pimp up your life, get some Schnickschnack

Pimp up your life, get some Schnickschnack

Frau S. hält mir ein absonderlich geformtes Plastikgebilde unter die Nase: „Was ist denn das eigentlich?! Ich habe mir letzte Woche schon zwei davon hier mitgenommen, aber ich weiß garnicht, was ich damit machen soll!““Das ist ein Teebeutelhalter. Sehr nützlich.“

Ich möchte an dieser Stelle einen sehr klugen Kater in grünen Latzhosen zitieren: Der Krimskrams des einen ist der Schatz des anderen.

Sag mir deinen Namen und ich sag dir, wie du heißt

Sag mir deinen Namen und ich sag dir, wie du heißt

Ich kann nicht mehr schlafen, kann nichts mehr essen, kann meinen Traum einfach nicht vergessen:wie bringe ich Frau Pfannkuchen und Herrn Rindfleisch dazu, sich kennenzulernen, zu heiraten und einen Doppelnamen anzunehmen?

Mein Namensschild hängt schief.Ich tippe die Pharmazentralnummer ins Telefon und melde mich zu hause am Hörer mit dem Namen der Apotheke, bin völlig durch den Wind. Ein Lichtblick strahlt auf in meinem Hirn: vielleicht kann ich es arrangieren, dass sie sich bei ihrer gemeinsamen Hausärztin begegnen, Fr. Dr. Döner. Da müsste was zu machen sein, die Sprechstundenhilfe wird mein Anliegen sicher unterstützen! Sie steigt auch gleich darauf ein; wenn sie den Termin von Herrn Kules verschieben kann.. müsste sich da was machen lassen!

Ein Freudentänzchen ist angebracht, würd ich sagen 🙂 

Rezeptkontrolle kann definitiv einen trüben Tag retten. Frau Kuschel und Herr Meister würden bestimmt auch toll zusammenpassen! Und für Herrn Hering finde ich auch noch ne passende Partie. Natürlich lasse ich mir dann vertraglich absichern, dass deren Kinder abgespacte Vornamen bekommen. Oda-Hadelinde. Eitelfritz oder Spartakus. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, ich raste aus 🙂

*Alle Namen in diesem Textli sind auf jeden Fall ausgedacht. Räusper.

Kommunikationsdevizide

Kommunikationsdevizide

-Pta: „benötigen Sie eine Tüte“
-Kundin: „Nein! Sie haben es doch auf meiner Kundenkarte eingelocht“

*Pta: „soll ich Ihnen das Medikament einpacken?“                                                     *Kunde: „Nein danke! Aber wenn Sie eine Tüte hätten…“

-Pta: „möchten Sie die neue Apotheken Umschau mitnehmen?“

-Kunde: „nein danke! Aber die neue Umschau hätt‘ ich gern noch!“

*Kunde: (legt wortlos seine Rezepte auf den HV-Tisch) „das hätte ich gern!“

*Pta: „das würde ich Ihnen bestellen“

*Kunde: „Wieso?! Das habe ich doch heute morgen telefonisch vorbestellt!“ 

*Pta: (in Gedanken!) „Mist! Anscheinend hat meine Glaskugel ihr WLAN Signal verloren!“